Übergabe Licher Literaturpreis
Die Jury hat den Licher Literaturpreis 2026 dem Schriftsteller Jan Snela für sein 2025 im Verlag Klett-Cotta, Stuttgart, erschienenes Werk „Ja, Schnecke, ja“ mit folgender Begründung zuerkannt:
Mit „Ja, Schnecke, ja“ ist Jan Snela ein außergewöhnliches literarisches Debüt gelungen, das sich bewusst gängigen Erzählmustern entzieht. […] Die schräg und zugleich berührend erzählte Geschichte zeigt die schwierige Balance zwischen Trennungs- und Liebesbeziehungen. Mit feinem Humor und zugleich scharfem Blick gestaltet der Autor neue Erzählformen und verweist auf menschliche Beziehungen, eröffnet dabei neue Perspektiven im Erzählen und im Umgang mit neuer Sprache. Poetisch verspielt und mit überraschenden Wortschöpfungen wird die Sprache selbst zum eigentlichen Hauptdarsteller: ein sprachkünstlerisch gestaltetes Werk, das poetische Kraft und erzählerische Innovation in besonderer Weise verbindet.
Veranstaltungsdetails
Die feierliche Preisverleihung findet am Sonntag, 20.9.2026, im Rahmen einer Matinée im Licher Kino Traumstern statt. Beginn: 11:30 Uhr. Die Laudatio hält die Frankfurter Literaturkritikerin, Moderatorin und Jurorin Beate Tröger. Musik: Helmut Fischer. Jan Snela liest aus seinem prämierten Werk „Ja, Schnecke, ja“.
Über den Preisträger
Jan Snela, 1980 geboren und in Stuttgart aufgewachsen, lebt heute in München. Er schreibt Gedichte, Essays, Hörstücke und Prosatexte, für die er mehrfach ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem Preis für Prosa beim Open Mike und dem Clemens-Brentano-Preis der Stadt Heidelberg für den Erzählungsband „Milchgesicht“. Als Co-Leiter des Literaturlabors am Literaturhaus Stuttgart arbeitet er an einem erweiterten Literaturbegriff, der den Abbau von Barrieren mit den experimentellen Verfahren einer Potenziellen Literatur verbindet. Sein Debütroman „Ja, Schnecke, ja“ stand auf der SWR-Bestenliste und wurde von der ZEIT in die Liste der „Hundert besten Bücher des Jahres 2025“ aufgenommen.
Über den Licher Literaturpreis
Der Preis wird von der Licher Literaturpreis-Stiftung, einem Stiftungsfonds der Bürgerstiftung Mittelhessen, vergeben. Die in Gießen ansässige Bürgerstiftung fördert seit 2004 gesellschaftliche Projekte und Initiativen in Mittelhessen. Unter ihrem Dach agieren 23 Treuhandstiftungen und Stiftungsfonds, so auch die Licher Literaturpreis-Stiftung. Die Bürgerstiftung Mittelhessen unterstützt bürgerliches Engagement und darüber hinaus zahlreiche soziale Vorhaben der Region.
Mit dem Licher Literaturpreis soll eine aktuelle deutschsprachige literarische Publikation ausgezeichnet werden, die während des laufenden oder des zurückliegenden Bücherjahres erschienen ist. Auf Wunsch der Stifter, der früheren Anabas-Verleger Günter Kämpf und Vilma Link-Kämpf (†), soll dabei auf sprachliche Originalität, Experimentierfreude und Modernität ein besonderes Gewicht gelegt und so dem Licher Literaturpreis ein spezifischer Charakter gegeben werden.
Die Entscheidung über die Preisvergabe trifft eine sechsköpfige Jury; die Verleihung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Förderverein der Stadtbibliothek Lich und ist verbunden mit einer öffentlichen Lesung der Preisträgerin oder des Preisträgers in Lich.
Mitglieder der Jury
Dr. Diana Hitzke, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin, Autorin und
Vorstandsmitglied im Literarischen Zentrum Gießen
Christina Hohenemser, Stellvertretende Vorsitzende des Literarischen Zentrums,
Gießen
Dr. Peter Ihring, Außerplanmäßiger Professor an der Universität
Frankfurt am Main und Vorsitzender des Fördervereins der Stadtbibliothek Lich, Lich
Günter Kämpf, Mitstifter des Licher Literaturpreises und langjähriger Verleger des
Anabas-Verlags, Lich
Dr. Bernd Leukert, Herausgeber des Online-Kulturmagazins Textor,
Frankfurt am Main
Prof. Dr. Renate Stauf, em. Technische Universität Braunschweig, Braunschweig
Veranstaltungsdaten
Gießener Strasse 15
35423 Lich